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BauPraxis.de Lexikon der Bautechnik
 
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Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Dacheindeckung

Unterschiedliche Materialien (wobei es regionale Präferenzen gibt) werden zur Dachdeckung verwendet; unter anderem sind dies:

- Betondachsteine: Sie bestehen aus einer Mischung von Portlandzement, quarzhaltigem Sand und Wasser. Die Oberfläche ist meist mit einer Acrylatbeschichtung versehen.

- Bleche: hier vor allem Kupfer, sind teuer in der Anschaffung, aber äußerst haltbar und bedürfen kaum der Pflege. Kupfer erhält im Laufe der Zeit (durch Oxidation) seine charakteristische grüne Patina.

- Dachziegel: Tondachziegel (siehe auch Link) sind als klassisches Dachdeckungsmaterial seit etwa zweitausend Jahren bekannt. Aus dem heimischen Rohstoff Ton werden sie geformt und getrocknet Der Großteil deutscher Dächer ist mit Tondachziegeln gedeckt - besonders im Süden unseres Landes.

- Faserzement: Synthetischen oder auch pflanzlichen Fasern wird Zement als Bindemittel beigefügt, bevor sie zu Faserzementteilen geformt werden

- Kies: Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und zum Ausgleich hoher Temperaturdifferenzen im Sommer wird auf Flachdächern die Dachpappe mit Kies abgedeckt.

- Reet: Als Dacheindeckung aus diesem Naturstoff hat Reet eine auf etwa 50 Jahre begrenzte Haltbarkeit; die Wärmedämmung ist hervorragend. Dächer aus diesem Material erfordern besondere Brandschutz- und Versicherungsmaßnahmen.

- Schiefer: Das graue Naturgestein Schiefer aus Glimmer, Quarz und Ton ist sehr widerstandsfähig und haltbar. Durch moderne Abbau- und Fertigungsmethoden werden heute neben den traditionellen, aufwendigeren Deckarten, wie z. B. der Altdeutschen Deckung, auch kostengünstige Produkte wie z. B. die Bogenschnitt-Deckung angeboten.

- Schindeln: Brettchen aus Tannen-, Lärchen- oder Fichtenholz, die auf Dachlatten genagelt werden.


Dachformen
Dach-Experten raten künftigen Bauherren, Formgebung und Eindeckungsmaterial des Daches sorgfältig bereits bei der Rohbauplanung zusammen mit dem Architekten zu überlegen und gut zu planen. Steht das Dach einmal, kann es äußerlich nur noch in Details verändert werden.

- Satteldach
Die nach wie vor häufigste Dachform auf deutschen Einfamilienhäusern ist das Satteldach. Mit seinen beiden Dachseiten verleiht dieses dem Haus einen freundlichen und soliden Eindruck. Die Beliebtheit dieser Dachform hängt auch eng mit deren hohem Schutz- und Funktionswert zusammen. Satteldächer - in unterschiedlichen Neigungsgraden - lassen sich mit anderen Dachformen vielseitig kombinieren, so dass in der Draufsicht T- oder L-Formen entstehen. Satteldächer lassen Regenwasser schnell ablaufen und bieten eine ideale glatte und große Fläche für moderne Solarelemente zum Auffangen der kostenfreien Sonnenenergie und zur Warmwasserbereitung. Es kommt natürlich darauf an, dass das Haus bei der Planung bereits richtig auf dem Gundstück platziert wurde und das Dach gut nach der Sonne ausgerichtet wurde, um es später optimal zu nutzen.

- Walm- oder Krüppelwalmdach
Sehr charakteristisch und ebenfalls beliebt unter deutschen Bauherren ist das Walm- oder Krüppelwalmdach. Durch die kleinen Giebeldachflächen schützt es vierseitig vor Wind und Wetter und verleiht dem Zuhause einen ursprünglichen, lebendigen Ausdruck.

- Mansarddach
Heute vorrangig bei Altbauten ist das Mansarddach zu bewundern. Durch die geschwungene Dachform wirken diese Häuser elegant und raffiniert. Durch die Stufigkeit der Dachfläche entsteht aber auch im Innenraum zusätzlich nutzbare Wohnfläche - ein weiterer Vorteil für die Bewohner.

Besonders wichtig beim Bau des Daches generell: auf die perfekte Dichtigkeit gegen Wind und auf eine optimale Dämmung besonderen Wert legen. Hier lohnt es sich, etwas mehr Aufwand, besseres Material und höhere Kontrolle an den Arbeiten einzusetzen - später wohnt man sicherer und die Heizkosten bleiben vernünftig niedrig.

- Zeltdach
Besonders romantisch wirken Häuser mit mediterran anmutenden Zeltdächern. Mit ihren vier leicht geneigten und gleichförmigen Dachseiten strahlen diese Dächer Ruhe und Behaglichkeit aus. Zeltdächer sind meistens innen im Raum nach oben offen, Dachböden kennt man in südlichen Häusern nicht und Dachstuhlkonstruktionen aus Holz ebenso wenig. Zeltdächer bieten dem Wind wegen der leichten Neigung weniger Angriffsfläche, sind aber in regenreicheren gebieten nicht so ideal, da das Wasser langsamer abfliest. Auch Schnee bleibt länger liegen. Aber: je flacher ein Dach ist, um so dichter muss die Dachdeckung sein!


Dachgaube (Dachgaupe)
Die Dachgaube ist ein Dachaufbau der die Einsetzung senkrechter Dachfenster ermöglicht. Die Dachgaube dient zur Belichtung und zur Belüftung der Dachräume. Sie kann als Giebel-, Walm-, Schlepp-, Fledermaus- oder Dreiecksgaube ausgebildet werden. (die verschiedenene Formen werden in unserem Lexikon nicht erklärt, fragen Sie Ihren Dachdecker).

Dachgeschoßausbau
Von einem Genehmigungsverfahren frei sind Ausbauten in Ein- oder Zweifamilienhäusern, sofern Dachkonstruktion und äußeres Erscheinungsbild nicht verändert werden.

Dachdeckungsrichtung
Die Deckungsrichtung der Dachdeckung ist von der Hauptwetterrichtung abhängig. 
Kommt das Wetter von rechts, beginnt man von links nach rechts zu decken = Rechtsdeckung.
Kommt das Wetter von links, beginnt man von rechts nach links zu decken = Linksdeckung.

Dachdurchdringung
Dachdurchdringung nennt man die Stelle, an der Antennen, Kamine, Solar-Anschlußleitungen oder Entlüftungsrohre über die Dachfläche hinaus ins Freie gehen. WALTHER bietet keramische Ziegel für verschiedene und vor allem sichere, dauerhaft dichte Dachdurchdringungen an, wie z.B. Antennen-Durchlassziegel und Solar-Durchlassziegel.

Dachluken
bestehen aus korrosionsgeschütztem Stahlblech, dienen der Belichtung und Belüftung von Dachräumen. Sie werden meistens in unbenutzten Dachräumen eingebaut und können zur Belüftung des Dachraumes leicht gekippt werden.

Dachneigung
Dachneigung heißt der Winkel zwischen Dach und horizontaler Linie des Hauses, der in Grad oder Prozent angegeben wird. Von der Dachneigung ist das Dachdeckungsmaterial abhängig. Da verhindert werden muss, dass Wasser in die Unterkonstruktion eindringen kann, gilt pauschal: Je flacher das Dach ist, desto dichter muss die Eindeckung sein.

Dachstuhl
Dachstuhl und Dach werden nach ihrer Konstruktionsart unterschieden in: Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach.
Das Sparrendach ist nur bis zu einer gewissen Länge und Breite des Hauses einsetzbar und ermöglicht einen freien Dachraum ohne Holzstützen. Zwei Sparren, die sich im First gegenseitig abstützen, werden mit einem Deckenbalken zu einem Dreieck verbunden.
Das Kehlbalkendach ist ein Sparrendach mit einem waagerechten Balken, der die Sparren gegeneinander abstützt und so auch bei größeren Gebäuden einen solchen Dachstuhl erlaubt.
Das Pfettendach ermöglicht im Gegensatz zum Sparrendach eine Errichtung über jedem Grundriß. Die Sparren stützen sich nicht gegenseitig, sondern liegen auf einem Längsbalken, der nach unten die Lastenverteilung weitergibt.

Dachüberstand
heißt der Teil des Daches, der über die Außenwand herausragt. Er bietet besonders der Fassade Schutz vor Witterungseinflüssen. Bei einem weiten Dachüberstand kann oft auf Holzschutzmittel für Türen, Fenster, Balkone und so weiter verzichtet werden.

Dampfdiffusion
Die Wanderung des Dampfes (wasserhaltige Luft) durch einen Bauteil. Dampf wandert immer vom Warmen zum Kalten, also bei einem Haus von innen nach außen. Deshalb sollen Wände und Decken von innen dampfdichter sein als von außen.
- Manche Baustoffe sind dampfdicht, Beispiel: Glas, Stahl.
- Manche Baustoffe bremsen den Dampf, Beispiel: Bitumenpappe.
- Manche Baustoffe setzen der Dampfdiffusion nur geringen Widerstand entgegen - sie sind dampfdiffusionsoffen. Beispiel: Ziegel, Porenbeton, Liapor, Leichtbeton. Diese Baustoffe gewährleisten einen guten Feuchtigkeitsausgleich. Je diffusionsoffener Baustoffe sind, umso schneller lassen sie Wasserdampf durch.

Dampfdiffusionswiderstand
Jeder Werkstoff setzt der Wanderung des Dampfes einen Widerstand entgegen. Er wird mit der dimensionslosen Größe j£ gemessen. Luft hat die Dampfdiffusionszahl ~ = 1; Dicht verschweißte Aluminiumfolie hat die Dampfdiffusionszahl ~ = 00;

Dampfsperre im Mauerwerk
Diffusionsdichte Schicht - in Wänden oder Decken eingelegte, wasserdampfdichte Schicht aus Metall, Kunststoff, Bitumenpappe (Dampfdiffusionswiderstandsfaktur > 500 000) dicht verklebt. Dampfsperren müssen möglichst weit im Gebiet der warmen Wandschichten liegen, damit sie die kalten Wandschichten vor Durchfeuchtung aus dem Hausinneren schützen.

Dampfsperre (Dampfbremse) bei Dachkonstruktionen
liegt unterhalb der Wärmedämmschichten und soll eine Durchfeuchturig dieser von unten her verhindern. Bei Warmdächern mit darunterliegender Pufferschicht (z. B. Falzpappe). Beim Umkehrdach ist die Dampfsperre zugleich Dachhaut. Sie soll verhindern, daß diffundierender Wasserdampf aus darunterliegenden Bauteilen bzw. Räumen in die Wärmedämmung eindringen kann. Bei Unterschreiten der Taupunkttemperatur wird dieser Wasserdampf zu Tauwasser, das die Wärmedämmung durchfeuchtet und deren Wirkung weitgehend aufgehoben.













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Dämmstoffe
Der Begriff »Dämmstoffe« ist eine zusammenfassende Bezeichnung für alle Materialien mit wärme- und / oder schalldämmenden Eigenschaften. Bei allen Dämmstoffen muß die Baustoffklasse für das Brandverhalten angegeben werden (Brandschutz).
Außerdem werden noch Wärmeleitwerte und Eignungsmöglichkeiten der jeweiligen Materialien ausgewiesen.


Mineralwolle wird in Stein- und Glaswolle unterschieden.

Steinwolle entsteht durch Schmelzen und anschließendes Zerfasern verschiedener Gesteinsarten. Die Verwendung bzw. Dämmung von Steinwolle schafft in Konstruktionsteilen sehr niedrige k-Werte und bietet einen ausgezeichneten Wärmeschutz. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, denn durch die Verringerung der Heizenergie wird der CO2-Schadstoffausstoß deutlich gesenkt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die positive Umweltbilanz der Steinwolle, denn während der gesamten Lebensdauer eines Steinwolle-Produktes wird mehr als das Tausendfache der Energie eingespart, die zu seiner Herstellung benötigt wurde. Immer stärker in das Bewusstsein von Bauherren rückt die Tatsache, dass durch den Einsatz von Steinwolle nicht nur Wärme- und Schalldämmung, sondern ohne Mehraufwand auch ein effektiver Brandschutz gewährleistet wird. Der Schmelzpunkt der Steinwolle liegt bei über 1.000 Grad Celsius. Sie schützt deshalb bei einem Brand die Baukonstruktion und die Baustoffe vor Brandeinwirkung und verhindert die Brandausbreitung.
Seit 1995 gibt es auf dem deutschen Markt auch biolösliche Steinwolle, die – wie die Europäische Union erst Ende 1997 bestätigt hat – gesundheitlich unbedenklich ist.
Glaswolle besteht zu 60 Prozent aus Altglas. Unter Zugabe von Kunstharzen bindet das Material ab und erhält so seine Formbeständigkeit. Zu Platten, Rollen, Streifen, Matten oder Filzen gepresst, haben Mineraldämmstoffe sehr niedrige Wärmeleitwerte von etwa 0,035 W/qmK (Wärmeleitfähigkeit). Sie gehören zur Baustoffklasse »nicht brennbar« oder mindestens »schwer entflammbar« und lassen sich zudem gut verarbeiten.

Polystyrol-Hartschaum ist ein harter geschlossenzelliger und zäher Schaumstoff, der in zwei Varianten erhältlich ist: als Partikelschaum (Styropor) oder als Extruderschaum. Styropor entsteht durch Aufschäumen von Polystyrolgranulat, das sich aufgrund der Wärmeentwicklung verklebt. Ein Treibmittel expandiert bei Temperaturen über 90 Grad Celsius und bläht das Grundmaterial zu Partikelschaum auf. Dämm-Material aus Polystyrol-Hartschaum wird in Plattenform geliefert, weist eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,03 W/qmK auf und ist gesundheitlich weitgehend unbedenklich. Polystyrol-Platten sind »schwer« bis »normal entflammbar«.

Polyurethan-Hartschaum wird mit FCKW-freien Treibmitteln aufgeschäumt. Auch hier sind die Wärmeleitwerte sehr niedrig (0,02 bis 0,03 W/qmK), allerdings ist das Brandverhalten nur als durchschnittlich zu bewerten.

Schaumglas wird in die höchste Baustoffklasse A1, also nicht brennbar, eingestuft. Das vorwiegend aus Quarzsand erzeugte Glas wird gemahlen, mit Kohlenstoff vermischt und unter Hitze geschmolzen. Der oxidierende Kohlenstoff bildet Gasblasen, die das Glas aufschäumen. Das in Platten gelieferte Schaumglas ist extrem druckfest, praktisch diffusionsdicht und verfügt über eine niedrige Wärmeleitfähigkeit (0,045 W/mk).

Perlit ist ein Schüttdämmstoff, der aus vulkanischem Gestein entsteht und baubiologisch ausgesprochen empfehlenswert ist. Der vulkanische Rohstoff wird gemahlen, auf 1.000 Grad Celsius erhitzt und unter Dampfentwicklung auf das etwa 20fache seines ursprünglichen Volumens expandiert. Das körnige Material wird vor allem zur Dämmung von Decken und Fußböden als Schüttung eingesetzt und in Form von Verlegeplatten als Trockenestrich verwendet. Die Wärmeleitfähigkeit liegt nur im mittleren Bereich (zwischen 0,1 und 0,05 W/qmK), dafür ist Perlit umweltverträglich und nicht brennbar.

Blähton
ist ebenso wie Perlit ein körniger Schüttdämmstoff. Tonkügelchen werden in einem Drehrohrofen gebrannt und dehnen sich während des Brennvorgangs so weit, dass die Oberfläche schmilzt und eine schützende Außenhaut bildet. So entstehen feinporige, feste und trotzdem leichte Tonperlen, die über eine mittlere Wärmeleitfähigkeit (0,08 bis 0,2 W/qmK) verfügen. Blähton ist zudem unbrennbar und baubiologisch empfehlenswert.

Zellulosedämmstoff wird aus dem Rohstoff Altpapier gewonnen. Unter Zugabe von Borsalzen, die gegen den Befall mit Bakterien schützen, werden alte Tageszeitungen zerkleinert und anschließend verdichtet. In Säcke verpackt, wird das Zellulosematerial vom Fachhandwerker entweder offen auf Decken aufgeblasen oder - zur Dämmung von Dächern und Decken - über einen Luftschlauch in die jeweiligen Hohlräume eingeblasen. Zur Dämmung von Leichtbauwänden können die Zelluloseflocken auch feucht in die Gefache gesprüht werden. Die Wärmeleitfähigkeit des Zellulosematerials ist niedrig (0,045 W/qmK) und das Material baubiologisch unbedenklich. Zwar ist es selbst nicht brennbar, doch da sie im Brandfall verkohlen, gehören Zellulosedämmstoffe in die Baustoffklasse »normal entflammbar«.

Schafwolle gibt es als moderne und umweltschonende Dämm- und Isoliermatten aus 100 Prozent Schurwolle (frei von chemischen Zusätzen und Bindemitteln) zur Wärme-, Kälte- und Schallschutz-Dämmung. Schafwoll-Matten haben eine niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/qmK. Nur in Nassräumen ist eine Dampfsperre notwendig. Gegen Schädlingsbefall schützt ein Verfahren, bei dem das Wollfett umweltverträglich ausgewaschen wird. Dämm-Matten aus Schafwolle eignen sich besonders gut zur Wärme- und zur Schalldämmung von Trennwänden, Zwischenböden und Decken.

Dehnfugen
Starre, zementgebundene Materialien wie beispielsweise Beton oder Estrich verringern beim Abbinden ihr Volumen. Aber auch wetterbedingte Temperaturschwankungen führen zu geringfügigen Abmessungsände rungen von beispielsweise Decken, Flachdächern oder Terrassenaufbauten. Diese Vorgänge führen zu Rissbildungen, die unter Umständen eine statische Beeinträchtigung, sicherlich aber eine Undichtigkeit zur Folge haben. Große und massige Bauteile sind von der Rißbildung stärker betroffen. Um ein unkontrolliertes Reißen zu verhindern, werden Dehnfugen angeordnet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Fugenverschlusses. Bei Fußbodenestrichen z.B. erfolgt der Verschluss mit dauerelastischem Material.

Dezibel
Dezibel ist die Maßeinheit für den Schalldruckpegel, der vom menschlichen Ohr wahrgenommen wird. Als Abkürzung für diese Einheit gilt dB(A). Wieviel Schall von Außenwänden oder anderen Gebäudeteilen geschluckt werden kann, drückt das Schalldämm-Maß aus, das ebenfalls in Dezibel angegeben wird.

Diffusion
Diffusion ist der Vorgang der Vermischung zweier Stoffe von verschiedener chemischer Beschaffenheit. Im Bauwesen fallt unter diesen Begriff der Vorgang des Austausches insbesondere von Wasserdampf zwischen Luft und Wandoberfläche sowie durch poröse Wandbaustoffe. Diffusion aus feuchten Räumen in angrenzende kalte oder nach außen dicht abgeschlossene Wände und Dächer kann zu starken Durchfeuchtungen und Bauschäden führen. 

Diffusionswiderstand
charakterisiert durch den Diffusions-Faktor, welcher besagt, um wieviel größer Dampf-Diffusion eines Baustoffes als der Widerstand einer gleichdicken Luftschicht gleicher Temperatur ist (Luft = 1, Mauerziegel = 7 - 10, Klinker = 380-470. Beton = 8- 30) etc.

Dispersionsfarbe
Kunststoffe sind in Wasser fein verteilt - dispergiert - und verbinden sich beim Verdunsten des Wassers zu einem Film, sind wasserlöslich, trocknen aber wasserunlöslich auf. Für alle Untergründe geeignet, bei stark saugenden Untergründen muß mit einem Dispersionsbinder grundiert werden. Putz-Anstrich erst nach kompletter Putzdurchtrocknung (6 - 8 Wochen).

Dispersionsklebstoff
zur Verlegung von Platten und Fliesen im Dünnbettverfahren. Werksmäßig hergestellte Gemische aus organischen Bindemitteln und mineralischen Füllstoffen, gebrauchsfertig pastös angeliefert. Dispersionsklebstoff erhärtet durch die Wasserverdunstung, ist nicht frostbeständig, eingeschränkt wasserbeständig, besitzt gutes Verformungsvermögen, geringe Druckfestigkeit, daher kaum für Bodenbeläge geeignet. 


Drainage (Dränage)
Unter Drainage (auch Dränage geschrieben) werden alle Maßnamen zusammengefasst, die das Ablaufen von Wasser ermöglichen oder erleichtern. Eine Drainage ist vor allem in sehr bindigem, festem Boden, also lehmigem Boden, notwendig. Ohne Drainage würde Wasser in lehmigem Boden auf das Mauerwerk drücken und über kurz oder lang zu Wasserschäden führen (feuchtes Mauerwerk, Schimmelbildung).
Eine Drainage wird gebaut, indem in den bindigen Boden um das Fundament bzw. um das Kellermauwerwerk gelochte Rohre (spezielle Drainagerohre) mit leichtem Gefälle gelegt werden. Die Rohre werden gegen das Eindringen von Erdteilchen (und gegen Verstopfungen bzw. Verschlemmungen) mit faserigem Material umwickelt, zum Beispiel mit Kokosfasern. Diese Leitungen werden in einem Kiesbett rund um das Haus gelegt. Das notwendige Gefälle liegt bei mindestens 0,5 %. Drainagerohre nehmen das drückende Wasser aus dem Erdreich auf und leiten dieses in die Regenwasser-Kanalisation bzw. in einen Regenwassertank weiter. Dadurch wird ein Durchfeuchten des Mauerwerks verhindert und das Wasser kontrolliert abgeleitet.

Drempel (siehe auch: Kniestock)
Der fachliche Ausdruck "Drempel" bezeichnet die an der Traufseite eines Hauses aufgemauerte Außenwandkonstruktion. Es ist die senkrechte Wand am Ende unten an der Schräge des Daches - eigentlich die Verlängerung der Hausaußenwand nach oben unter das Dach - auf der die Dachkonstruktion aufgelegt ist. Beim Ausbau des Dachgeschoßes zum Wohnraum spielt die Drempelhöhe eine besondere Rolle. Oftmals ist der Drempel oder Kniestock nur 50 cm hoch. Möchte der Bauherr aber hier eine Wand mit einer Höhe von 1,00 m oder mehr, so zieht man eine Wand zusätzlich weiter innen im Dachgeschoßraum ein. Diese Wand ist in der Regel eine nichttragende Trockenbaukonstruktion aus leichten, dünnen Ziegelplatten oder Porenbetonplatten. Diese Wand nennt man dann auch eine Drempelwand.

Druck
Senkrecht auf eine Flächeneinheit wirkende Kraft, Quotient aus Kraft durch Fläche. Wetterkarten geben die Werte des Luftdruckes in Millibar an. Den Druckausgleich verspüren wir als Wind. Die Windstärke ist neben der Lufttemperatur derjenige Faktor, der den größten Einfluß auf den Wärmebedarf eines Hauses hat; zunehmend mit der Gebäudehöhe. Es ist deshalb schon bei der Planung wichtig, wie das Haus steht und welche Außenwände zur Windseite zeigen.

Dünnbettmörtel-Verfahren
Zum Verkleben bzw. zum Vermauern von Planziegeln. Das Dünnbettmörtel-Verfahren oder auch die Dünnbett-Mörteltechnik ist eine rationelle Verarbeitungsweise von plangeschliffenen Ziegeln. Hierbei wird der Mörtel per Walze auf die Lagerfuge der Wand aufgetragen oder durch Eintauchen der Ziegel in den Mörtel (in einer Mörtelwanne) auf die Unterseite jedes einzelnen Ziegels gebracht. Moderne Ziegelbauten werden heute fast ausschließlich im Dünnbettmörtel-Verfahren verarbeitet, weil die Ziegeleien durch die moderne Technik sehr maßgenaue, geschliffene Ziegel liefern (Planziegelbauweise). Ideal für Bauherren, die selbst bauen wollen, da das Mauern mit Planziegeln praktisch so leicht und einfach ist, dass beim Mauern fast keine Fehler gemacht werden können. Siehe auch Mauermörtel und Verarbeitungstipps.

Seit kurzem gibt es auch eine neue Technik, die noch mehr Sicherheit in der Verarbeitung mit Dünnbettmörtel bietet: Die VD-Technik, bei der ohne weitere Zusätze (wie Flies oder Füllstoffe) ein vollkommen deckelndes Mörtelbett von nur 2 - 3 mm erreicht wird. Die VD-Technik (VD = Vollflächige Dünnbettmörtelfuge) verhindert, dass der Mörtel in die Löcher der Ziegel läuft. Die vollflächig deckelnde Mörtelschicht, die wie ein "doppelseitiges Tesaband" auf den Ziegel liegt, verbessert die Wärmedämmung, den Schallschutz und die Stabilität der Wand zusätzlich. Bei der VD-Technik wird normaler Dünnbettmörtel verwendet, der aber mit einer speziellen VD-Möertelwalze aufgetragen werden muss. Weiter Informationen im Detail finden Sie bei unseren Verarbeitungs-Tipps.

Verarbeitungs-Temperatur von Dünnbettmörtel bzw. Mörtel im Winter
Immer wieder taucht bei Bauherren die Frage auf: Bis zu welchen Temperaturen kann im Winter mit Dünnbettmörtel (auch VD System) gemauert und gearbeitet werden. Die Frage lässt sich einfach und logisch beantworten.

Die wesentlichen Mörtelkomponenten sowohl bei klassischem Mörtel wie auch bei Dünnbettmörtel sind Zement und Wasser. Demzufolge gibt es prinzipiell auch keine Unterschiede in den Verarbeitungsvorschriften. Auf der Verpackung (Sack) von allen denkbaren Werktrockenmörteln müsste demzufolge als geringste Verarbeitungstemperatur der Wert + 5° stehen bzw. tut das auch.
Hier steckt ganz einfach etwas Physik und genausoviel Chemie drin. Dass Wasser in unseren Breiten bei 0° gefriert und dabei sein Volumen vergrößert, ist dem Mörtel absolut nicht dienlich. Noch schädlicher ist die fatale Eigenschaft von Zement, bei Temperaturen ab + 4° und kälter nicht mehr zu reagieren. Wenn es dann irgendwann wieder wärmer wird, könnte der Zement zwar wieder abbinden, nur fehlt ihm bis dahin das mittlerweile verdunstete Wasser. Fatal!

Additive sind grundsätzlich von den Herstellern nicht erlaubt. Den Mörtel selber, zumindest die geringen Mengen an Dünnbettmörtel könnte man auf die erforderlichen Verarbeitungs-Temperaturen bringen. Dies dürfte allerdings bei den Mauersteinen nur schwer möglich sein.
Fazit:
Spätestens wenn das Bier in der Flasche einzufrieren beginnt, sollten Mauerarbeiten schnell eingestellt werden.

Dünnbettverfahren (Fliesen)
Zum Verkleben von Fliesen ist das Dünnbettverfahren heute die verbreitetste Vorgehensweise: Auf einer etwa 3 Millimeter dünnen Kleberschicht werden die Fliesen aufgelegt. Das Dickbettverfahren (die Fliesen werden auf einem etwa 1,5 Zentimeter starken Mörtelbett verlegt) wird heute nur noch angewendet, wenn Wand oder Boden nicht plan sind.


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